KI studieren: Hype oder sichere Wahl? Lena und Jonas streiten

KI studieren: Hype oder sichere Wahl? Über 200 Studiengänge haben KI im Namen oder als Schwerpunkt. Lena hält vieles davon für umetikettierte Informatik, Jonas sieht im Profil einen echten Vorteil. Am Ende steht ein ehrliches Fazit: Der Titel ist kein Garant, entscheidend sind Grundlagen, Mathe und ein Blick ins Modulhandbuch.

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Kapitel

  • 00:00 Hype-Check: 208 Studiengänge mit KI-Bezug
  • 01:48 Jobmarkt: Mangel oder Einstiegsflaute?
  • 04:13 Hürde: Mathe und Abbruchquote
  • 05:51 Spezialisierung oder Breite?
  • 07:22 Alternativen: Fachstudium plus KI
  • 08:34 Ehrliches Fazit & 3 Tipps

Quellen zu den Zahlen

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Lena: Jonas, ich hab neulich was gesehen: Allein in Deutschland gibt es mittlerweile über zweihundert Studiengänge mit KI im Namen oder als Schwerpunkt. Zweihundertacht, um genau zu sein, Stand März 2024. Und ich frag mich ernsthaft: Wer soll das alles studieren?

Jonas: Na, alle, die in zehn Jahren noch einen Job haben wollen. KI ist doch die Zukunft. Wer da jetzt einsteigt, sitzt an der Quelle.

Lena: Das klingt wie ein Werbeplakat. Ich glaub, vieles davon ist ein umetikettiertes Informatikstudium. Vorne steht KI drauf, drin steckt Algorithmen, Statistik und ein bisschen Python.

Jonas: Und was ist daran schlimm? Das ist ja genau das, was man für KI braucht.

Lena: Schlimm ist, dass man für denselben Inhalt ein Schild hat, das Abiturienten magisch anzieht. Allein bei Google wird nach ki studium laut Keyword-Planer mehrere tausend Mal im Monat gesucht. Das riecht nach Hype, Jonas.

Jonas: Hype oder Nachfrage, das ist die Frage. Mehrere tausend Leute im Monat fragen sich halt, ob das was für sie ist. Das finde ich erstmal vernünftig.

Lena: Okay, fair. Aber die entscheidende Frage ist doch: Ist ein Studiengang mit KI im Titel besser als normales Informatik? Oder ist der Name nur Marketing?

Jonas: Meine Antwort: Es kommt drauf an, was dahintersteckt. Aber ich halte dagegen, dass ein spezialisierter Studiengang echte Vorteile hat. Du kommst früher in die Themen, du hast Leute um dich, die genau das wollen, und du gehst mit klarem Profil raus.

Lena: Und ich sag: Du verengst dich. Wenn die KI-Welle in fünf Jahren eine andere Form hat, stehst du mit einem sehr speziellen Abschluss da. Wer solide Informatik kann, kann sich überall hin entwickeln.

Jonas: Das ist ein Argument. Aber lass uns erst mal die Frage klären, ob sich das überhaupt noch lohnt. Denn da sind die Zahlen spannender, als man denkt.

Jonas: Also, die Bitkom hat im August 2025 Unternehmen befragt. Ergebnis: In Deutschland fehlen aktuell rund hundertneuntausend IT-Fachkräfte. Vor zwei Jahren waren es noch hundertneunundvierzigtausend.

Lena: Also weniger. Der Mangel schrumpft.

Jonas: Genau, aber er ist weiterhin riesig. Fünfundachtzig Prozent der befragten Unternehmen sagen, es gibt zu wenige IT-Fachkräfte. Und neunundsiebzig Prozent erwarten, dass es noch schlimmer wird.

Lena: Und jetzt kommt mein Aber. Dieselbe Umfrage sagt auch: Fünfunddreißig Prozent erwarten wegen der schwachen Konjunktur einen Stellenabbau in der IT. Mangel und Stellenabbau, beides gleichzeitig. Das passt für mich nicht zu dem Bild, dass Informatiker eine Jobgarantie haben.

Jonas: Es passt, wenn du es als zwei Märkte siehst. Erfahrene Leute werden gesucht. Anfänger haben es schwerer.

Lena: Und da wird es heikel. Indeed hat Stellenanzeigen ausgewertet, laut einer Zusammenfassung von onlinemarketing.de: Junior-Stellen in der Softwareentwicklung sind seit zwanzigzwanzig um vierundfünfzig Prozent gesunken. Senior-Stellen nur um fünfzehn Prozent.

Jonas: Moment. Das sind Stellenanzeigen, keine Beschäftigungszahlen. Und die Pandemie-Zeit war ein riesiger Einstellungs-Boom. Wenn du von einem Rekord herunterrechnest, sieht jeder Rückgang dramatisch aus.

Lena: Mag sein. Aber in den USA hat eine Stanford-Studie gezeigt, dass die Beschäftigung von Softwareentwicklern zwischen zweiundzwanzig und fünfundzwanzig seit Ende zweiundzwanzig um ein Fünftel gesunken ist. Genau die Altersgruppe, die du jetzt als Absolvent bist.

Jonas: USA, nicht Deutschland. Und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das IAB, sagt für Deutschland: Bislang ist kein systematischer Zusammenhang zwischen KI und den Einstellungschancen zu erkennen.

Lena: Bislang. Das Wort würde ich fett markieren.

Jonas: Ja, ehrlich gesagt auch. Die Wahrheit ist: Keiner weiß es. Die Einstiegsflaute ist real, die Ursache ist umstritten. Konjunktur, Zinsen, KI, alles zusammen.

Lena: Das heißt für jemanden, der jetzt anfängt: Er fängt heute an und kommt in vier, fünf Jahren auf den Markt. Wie der aussieht, wissen wir nicht.

Jonas: Genau. Und deswegen finde ich das Argument für einen KI-Studiengang gar nicht so schlecht. Wer KI-Systeme bauen und verstehen kann, hat vielleicht eher einen Platz am Tisch als jemand, der nur Standard-Programmierung gelernt hat.

Lena: Dann reden wir über das, was in den Hochglanzbroschüren nicht steht. Die Abbruchquote. Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, kurz DZHW, hat die Zahlen, und je nach Auswertung liegt die Quote in Informatik an Universitäten bei etwa dreißig bis über vierzig Prozent. Ich hab Zahlen zwischen dreißig und einundvierzig Prozent gefunden, je nach Jahrgang und Rechenmethode.

Jonas: Das ist hoch. Das stimmt. Aber du musst dazusagen: Die Quote misst auch Fachwechsel, nicht nur Leute, die komplett aufhören.

Lena: Stimmt. Und trotzdem: Das heißt: Fast jeder Dritte oder mehr ist am Ende weg. Und bei KI kommt die Mathe oben drauf. Lineare Algebra, Analysis, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik. Das ist kein Nebenfach, das ist das Fundament.

Jonas: Und genau deswegen sage ich: Wer KI studieren will, soll sich ehrlich testen. Aber das gilt für Informatik genauso. Das ist doch kein Argument gegen den KI-Studiengang, sondern gegen jedes technische Studium ohne Vorbereitung.

Lena: Doch, es ist ein Argument. Denn viele wählen KI, weil es nach Zukunft klingt, nicht weil sie Mathe mögen. Und dann sitzen sie im ersten Semester vor Beweisen und Matrizen.

Jonas: Da hast du recht. Die Motivation ist oft das Problem. Aber wer weiß, dass es Mathe ist, und trotzdem will, der hält durch. Mein Rat: Probier vorher einen Kurs aus. Viele Unis bieten Schnupperstudium oder Online-Brückenkurse an.

Lena: Das ist ein guter Punkt, und der erste, bei dem wir uns einig sind. Schau dir vor der Entscheidung ein echtes Modulhandbuch an. Nicht die Broschüre.

Jonas: Jetzt zur Kernfrage. Ich sage: Ein Studiengang, der früh auf KI setzt, gibt dir ein Profil. Du bist nicht einer von hunderttausend Informatikern, sondern jemand, der sich mit Machine Learning, Datenanalyse und Modellen auskennt.

Lena: Und ich sage: Das Profil kriegst du auch im Informatikstudium. Wahlmodule im Master, Abschlussarbeit zu einem KI-Thema, Werkstudentenjob in einem Datenteam. Das ist flexibler. Und wenn dich nach zwei Semestern IT-Sicherheit mehr interessiert, wechselst du das Schwerpunktfach, statt den Studiengang zu wechseln.

Jonas: Das stimmt. Wobei es Studiengänge gibt, die breit genug aufgestellt sind, dass sie das auch abdecken.

Lena: Genau, und das ist der Trick: Entscheidend ist nicht der Titel, sondern der Anteil an Grundlagen. Wie viele Semester Informatik-Basics, wie viel Mathe, wie viel Praxis. Wenn die Hälfte aus Trendthemen besteht, die in drei Jahren veraltet sind, wäre ich vorsichtig.

Jonas: Gut, da gehe ich mit. Meine Praxis-Tipps: Schau, ob der Studiengang einen Master-Anschluss hat, ob es Kooperationen mit Firmen gibt, und wie viele Pflichtmodule tatsächlich KI sind und nicht nur Anwendung von fertigen Tools.

Lena: Und ob die Profs aktiv forschen. Bei einem Hype-Thema gründen manche Unis schnell etwas, ohne dass die Lehre dahinter steht.

Jonas: Und ein Punkt noch, den ich wichtig finde: Wer nur ein Tool bedienen kann, ist austauschbar. Wer die Grundlagen versteht, kann jedes Tool lernen. Das gilt für Informatik und für KI.

Lena: Wow, das ist fast das Fazit, das ich auch hätte.

Lena: Aber lass uns noch einen Gedanken ergänzen. Nicht jeder, der mit KI arbeiten will, muss KI studieren. Medizin, Jura, BWL, Psychologie: Überall werden Leute gebraucht, die ihr Fach verstehen und KI nutzen können.

Jonas: Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Ein Biologe, der mit Machine Learning Daten auswertet, ist oft mehr wert als ein reiner KI-Entwickler, der von Biologie keine Ahnung hat.

Lena: Und das sind Berufsprofile, die in den Statistiken gar nicht auftauchen, weil sie nicht IT-Stelle heißen.

Jonas: Stimmt. Und dann gibt es noch die Wege über duales Studium oder Bachelor plus Master-Wechsel. Du kannst mit einem breiten Bachelor starten und im Master auf KI wechseln. Das senkt das Risiko.

Lena: Dazu gehört auch der Mut, ehrlich zu sich zu sein. Willst du bauen, forschen oder anwenden? Das sind drei verschiedene Wege.

Jonas: Bauen heißt Informatik oder KI mit viel Mathe. Forschen heißt Master und oft Promotion. Anwenden heißt Fachstudium plus Zusatzkompetenz.

Lena: Und wenn du dir nicht sicher bist, mach ein Praktikum, bevor du dich festlegst. Drei Wochen in einer Datenabteilung sagen mehr als jede Broschüre.

Jonas: Also, Fazit. Ist KI studieren ein Hype oder eine sichere Wahl?

Lena: Weder noch. Der Titel ist kein Garant. Es gibt gute Studiengänge und es gibt umetikettierte. Entscheidend ist, was drinsteckt.

Jonas: Und eine sichere Wahl gibt es sowieso nicht. Der Markt für Einsteiger ist gerade schwerer, und wie KI die Jobs verändert, weiß niemand genau. Aber Leute, die Grundlagen können und lernbereit sind, werden gebraucht, das zeigt auch der Fachkräftemangel.

Lena: Mein Rat in drei Sätzen: Erstens, prüf das Modulhandbuch statt den Namen. Zweitens, teste vorher, ob dir die Mathe liegt. Drittens, bleib breit genug, dass du dich später umorientieren kannst.

Jonas: Und mein Zusatz: Wer wirklich für KI brennt, soll es machen. Die Motivation trägt dich durch die schwierigen Semester, und die brauchst du.

Lena: Mehr zu dem Thema gibt es bei DeinCampusPlan. Unser Artikel Informatik studieren erklärt Inhalte, Schwerpunkte und Berufswege. Und wenn dich die Frage nach Einstiegsjobs und KI interessiert, lies unseren Beitrag dazu, ob Einstiegsjobs wegen KI wegfallen. Die Links stehen in der Beschreibung.

Jonas: Und wenn du solche Themen regelmäßig willst: Folge unserem WhatsApp-Kanal von DeinCampusPlan. Auch den Link findest du in der Beschreibung.

Lena: Ach ja, noch eine Sache. Diese Folge ist mit Unterstützung von KI entstanden. Die Inhalte basieren auf echten Erfahrungsberichten und unserer Recherche bei DeinCampusPlan.

Jonas: Passt irgendwie zum Thema. Bis zur nächsten Folge!

Lena: Tschüss!

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