Studienabbruch: Scheitern oder klügste Entscheidung? Knapp 28 % der Bachelor-Studierenden beenden ihr Studium ohne Abschluss. Lena sieht darin öfter einen Verlust, als man zugibt, Jonas hält Durchziehen um jeden Preis für die teurere Variante. Am Ende steht ein ehrliches Fazit: Abbruch ist weder automatisch Scheitern noch automatisch klug. Es kommt auf Plan, Ehrlichkeit und geklärte Fristen an.
Kapitel
- 00:00 Einstieg: 28 % ohne Abschluss
- 01:00 Zahlen: Uni, FH und die Fächer
- 02:05 Gründe: Passung statt Faulheit
- 03:00 Drei Fragen, um Tief und falsches Fach zu unterscheiden
- 04:45 Geld: BAföG, Fachwechsel, Vorabentscheid
- 06:45 Ehrliches Fazit
Die Kapitelzeiten sind geschätzt und können um einige Sekunden abweichen.
Quellen zu den Zahlen
- DZHW-Pressemitteilung 17.08.2022 (Bachelor 28 %, Universitäten 35 %, HAW 20 %; Geisteswissenschaften 49 %, Mathe/Naturwissenschaften 50 %, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 21 %, Lehramt 10 %; Zitat zur mangelnden Passung)
- DZHW-Tabelle 2.5.90: Studienabbruchquoten im Zeitverlauf
- DZHW 2017: Gründe für den Studienabbruch (Daten 2014: Leistungsprobleme 30 %, fehlende Motivation 17 %, Wunsch nach Praxis 15 %)
- Studierendenwerk Stuttgart: Merkblatt Fachrichtungswechsel und Abbruch (BAföG) (Merkblatt von 2016, Regeln beim BAföG-Amt aktuell erfragen)
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Erstellt mit Unterstützung von KI. Keine Rechts- oder BAföG-Beratung, bitte Fristen beim Studierendenwerk klären.
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Lena: Jonas, ich fang direkt mit einer Zahl an. Von hundert Leuten, die in Deutschland ein Bachelorstudium beginnen, hören knapp dreißig ohne Abschluss wieder auf. Achtundzwanzig Prozent, um genau zu sein. Und alle sagen dann: gescheitert.
Jonas: Und ich sag: Moment. Gescheitert ist ein ziemlich großes Wort für jemanden, der mit neunzehn eine Entscheidung getroffen hat, ohne zu wissen, wie sich das Fach im vierten Semester anfühlt.
Lena: Also ist Studienabbruch für dich einfach egal?
Jonas: Nein, egal nicht. Aber ich glaube, das Wort Abbruch macht aus einer Entscheidung ein Urteil. Und genau darüber wollen wir heute streiten: Ist Studienabbruch Scheitern oder manchmal die klügste Entscheidung deines Lebens?
Lena: Ich nehme die unbequeme Seite. Ich sage: Es ist öfter ein Verlust, als wir zugeben. Du verlierst Zeit, du verlierst Geld, und du hast hinterher das Gefühl, du hättest es einfach durchziehen sollen.
Jonas: Okay. Dann bin ich der, der sagt: Durchziehen um jeden Preis ist die eigentlich teurere Variante.
Lena: Erst mal die Zahlen, damit wir nicht im Gefühl rumeiern. Die Zahl kommt vom DZHW, das ist das Forschungsinstitut für Hochschulen in Hannover. Achtundzwanzig Prozent im Bachelor, bezogen auf die Anfangsjahrgänge 2016 und 2017. An den Unis sind es fünfunddreißig Prozent, an den Fachhochschulen, den HAW, zwanzig.
Jonas: Und wichtig dabei: Das heißt, diese Leute haben das Hochschulsystem ohne Abschluss verlassen. Wer das Fach wechselt oder die Uni und woanders fertig wird, taucht da nicht auf.
Lena: Gut, dass du das sagst, weil das viele durcheinanderbringen. Wechseln ist also kein Abbruch im Sinne der Statistik.
Jonas: Genau. Und dann hängt es extrem am Fach. An den Unis liegt die Quote in den Geisteswissenschaften bei neunundvierzig Prozent, in Mathe und Naturwissenschaften bei fünfzig. In Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind es einundzwanzig, im Lehramt zehn.
Lena: Fünfzig Prozent in Mathe und Naturwissenschaften. Das heißt, wenn du da anfängst, ist es statistisch eine Münze, ob du durchkommst. Das macht mir ehrlich ein bisschen Angst.
Jonas: Mir macht eher was anderes Angst. Wenn die Hälfte aufhört, dann liegt es wahrscheinlich nicht an fünfzig Prozent faulen Leuten.
Lena: Okay, aber was sind denn die Gründe? Ich hab die Zahlen von einer älteren DZHW-Auswertung, Daten von 2014, also nicht ganz frisch. Da war der häufigste Grund bei Bachelor-Abbrechern: Leistungsprobleme, dreißig Prozent. Danach fehlende Motivation mit siebzehn Prozent, und fünfzehn Prozent wollten lieber etwas Praktisches machen.
Jonas: Und der Projektleiter der neueren Studie, Ulrich Heublein, sagt sinngemäß: Es ist nicht gelungen, die mangelnde Passung zwischen dem, was Leute mitbringen, und dem, was am Studienanfang verlangt wird, zurückzudrängen. Passung. Nicht Faulheit.
Lena: Das ist ein schöner Satz, aber ich halte dagegen. Passung kann auch eine bequeme Ausrede sein. Dritte Woche Analysis, es wird zäh, und plötzlich passt es nicht mehr.
Jonas: Stimmt, das gibt es. Aber dann ist die Frage, woran du es unterscheidest. Ein zäher Anfang und ein falsches Fach fühlen sich im November nämlich genau gleich an.
Lena: Und woran merkt man den Unterschied?
Jonas: Ich hab drei Fragen, die ich mir stellen würde. Erstens: Geht mir der Stoff auf die Nerven oder die Rahmenbedingungen? Also Massenvorlesung, kein Anschluss, kein Lernrhythmus. Das lässt sich ändern. Zweitens: Wenn ich mir vorstelle, in fünf Jahren genau diese Aufgaben im Beruf zu machen, was fühle ich? Und drittens: Wie sieht mein Plan B aus, ist er ein Ort, zu dem ich hinwill, oder nur ein Ort, von dem ich weg will?
Lena: Der dritte Punkt gefällt mir. Weglaufen und hinlaufen ist ein Unterschied.
Jonas: Genau. Wer nur weglaufen will, nimmt das Gleiche mit, nur woanders.
Lena: Jetzt mein Kontra. Ich glaube, viele brechen zu früh ab, weil sie nicht wissen, dass das Tief im ersten Semester normal ist. Auf Reddit gibt es Threads, in denen Erstis schreiben, sie kommen nach Hause und sind direkt erschöpft, oder sie wissen nicht, wie lange man braucht, um anzukommen.
Jonas: Ja, und die Antworten sind meistens: Das geht vielen so, gib dir ein paar Monate. Das ist der Fall, in dem Durchhalten wahrscheinlich richtig ist.
Lena: Siehst du, da sind wir uns einig. Also: Erste Regel, nicht im ersten Tief entscheiden.
Jonas: Aber zweite Regel, dann auch nicht ewig warten. Es gibt Leute, die sitzen im siebten Semester in einem Fach, das sie nie wollten, weil sie schon so viel investiert haben. Das ist der berühmte Versunkene-Kosten-Fehler. Die Jahre sind weg, egal ob du weitermachst oder nicht.
Lena: Das klingt vernünftig, aber es ist auch leicht gesagt. Wenn man schon drei Jahre drin ist, will man es nicht wegwerfen.
Jonas: Verstehe ich. Nur: Entscheidend ist doch nicht, was schon passiert ist, sondern was die nächsten zwei Jahre dir bringen.
Lena: Dann reden wir über Geld, weil das viele mehr beschäftigt als die Philosophie. BAföG. Was passiert, wenn ich abbreche oder wechsle?
Jonas: Da bitte ich alle: Verlass dich nicht auf uns, sondern frag dein BAföG-Amt beim Studierendenwerk. Aber grob: Ein erster Fachwechsel gilt laut Studierendenwerken in der Regel bis zum Beginn des dritten Fachsemesters als gut begründet. Danach brauchst du einen wichtigen Grund, den du belegen musst.
Lena: Und es gibt diesen Vorabentscheid, oder?
Jonas: Ja. Den kannst du beantragen, bevor du wechselst. Dann weißt du vorher, ob es weitergefördert wird. Das ist der Tipp, den ich jedem gebe, bevor er irgendwas kündigt oder exmatrikuliert.
Lena: Und die Rückzahlung ist ein anderes Thema. Zu viel gezahltes BAföG wird zurückgefordert, das kann sofort passieren, wenn du Leistungen bekommen hast, die dir nicht zustanden. Auch deshalb: erst klären, dann abmelden.
Jonas: Genau. Reihenfolge ist alles. Nicht erst die Exmatrikulation, dann die Frage.
Lena: Okay, mein stärkstes Argument für die Gegenseite. Ein Abbruch kostet nicht nur Geld, sondern Selbstvertrauen. Ich glaube, viele fühlen sich danach wie Versager, auch wenn die Entscheidung rational war.
Jonas: Das ist wahr, und deshalb finde ich, es kommt auf das Wie an. Wer sagt: Ich habe etwas ausprobiert, es hat nicht gepasst, ich weiß jetzt mehr über mich, der hat etwas gewonnen. Wer sagt: Ich hab einfach aufgehört, ohne zu wissen, was ich will, der hat nur ein Loch.
Lena: Also ist es weniger die Frage, ob du abbrichst, sondern was du daraus machst.
Jonas: Ja. Und ein praktischer Punkt: In Lebensläufen wird ein abgebrochenes Studium oft entschärft, wenn du erklären kannst, was du danach gemacht hast. Ausbildung, Praktikum, anderes Studium. Eine Lücke ohne Erzählung ist das Problem, nicht der Abbruch selbst.
Lena: Das stimmt mit dem überein, was ich oft höre. Wobei ich nicht behaupten würde, dass es jedem Arbeitgeber egal ist.
Jonas: Nein, das behaupte ich auch nicht. Es ist nur seltener ein Ausschlusskriterium, als man denkt, wenn der Weg danach Sinn ergibt.
Lena: Dann mein Fazit, und ich gebe zu, ich bin ein Stück weit umgekippt. Abbruch ist nicht per se Scheitern. Aber er ist auch nicht per se klug. Er ist klug, wenn du ein Ziel hast, ehrlich geprüft hast, was nicht passt, und vorher das Geld und die Fristen geklärt hast.
Jonas: Und er ist Scheitern, wenn du es aus Panik im ersten Tief machst, ohne Plan und ohne mit jemandem gesprochen zu haben. Dazu kommt ein Gespräch, das viele sparen: die Studienberatung deiner Uni oder die Fachschaft. Die haben solche Fälle ständig und kennen die Wege.
Lena: Und wenn du dich fragst, ob das nur dir so geht: Nein. Ungefähr jeder Vierte bis Dritte steht irgendwann an diesem Punkt.
Jonas: Wenn du also nur eins mitnimmst: Entscheide nicht allein im Dunkeln. Rede mit jemandem aus deinem Fach, mit der Beratung, und kläre BAföG, bevor du etwas unterschreibst.
Lena: Auf deincampusplan.de gibt es einen Artikel zu Studium abbrechen und einen zu Studiengang wechseln oder durchziehen, beide verlinken wir in der Beschreibung. Dort stehen auch die Quellen für die Zahlen von heute.
Jonas: Und im WhatsApp-Kanal von DeinCampusPlan bekommst du Fristen und Tipps für dein Studium, den Link findest du ebenfalls unten in der Beschreibung.
Lena: Noch ein Hinweis in eigener Sache: Diese Folge ist mit Unterstützung von KI entstanden. Die Inhalte basieren auf echten Erfahrungsberichten und unserer Recherche bei DeinCampusPlan.
Jonas: Danke fürs Zuhören. Wenn du eine andere Meinung hast, schreib sie uns. Bis zur nächsten Folge!



